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Handwerkersoftware mit KI: Was ist End-to-End?

Welche KI-Lösung passt zum Handwerk? Ehrlicher Vergleich von Griffi, Das Programm und plancraft bei Anfragen, Baustelle und Rechnungen.

Von Tarik Ermis · · Aktualisiert am
Handwerksunternehmer vergleicht KI-Frontoffice, Handwerker-ERP und Rechnungsworkflow entlang eines vollständigen Kundenauftrags

Hinweis zu KI-Inhalten: Bilder und Blogbeiträge auf dieser Website können ganz oder teilweise mit künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet sein.


Welche End-to-End-KI-Lösung gibt es für Handwerker?

Die kurze Antwort: Es gibt nicht die eine End-to-End-KI-Lösung, die heute jeden Handwerksbetrieb vom ersten Anruf bis zur gebuchten Zahlung vollständig abdeckt. Es gibt gute Handwerkersoftware mit KI-Funktionen und es gibt KI-Kollegen für Kundenkontakt und Büroarbeit. Das ist nicht dasselbe.

Wenn du mit „Rechnungen bearbeiten“ sowohl Kundenrechnungen als auch Lieferanten- und Eingangsrechnungen meinst, sind etablierte Handwerker-ERPs wie Das Programm oder plancraft bei Lager, Baustelle, Projektkosten und Bank heute tiefer als Griffi. Griffi setzt früher im Ablauf an und führt den Vorgang inzwischen bis zur kontrollierten Buchhaltungsübergabe weiter.

Ich baue Griffi. Der Vergleich ist also nicht neutral im Sinne eines anonymen Testinstituts. Gerade deshalb lege ich offen, worauf meine Einordnung beruht: auf dem öffentlich dokumentierten Funktionsumfang der drei Produkte, bei den Wettbewerbern geprüft am 12. August 2026 und bei Griffi aktualisiert am 27. August 2026, nicht auf einem vollständigen Praxistest in drei identischen Musterbetrieben.

Zuerst klären: Was bedeutet End-to-End im Handwerk?

„End-to-End“ klingt eindeutig, wird aber für zwei verschiedene Ketten verwendet.

Die erste ist die Kunden- und Bürokette:

Anruf oder E-Mail → Anfrage verstehen → Kontakt und Vorgang anlegen → Rückruf, Termin oder Dokument vorbereiten → nachfassen

Die zweite ist die Auftrags- und ERP-Kette:

Angebot → Auftrag → Einsatzplanung → Zeit und Material → Lieferantenrechnung → Nachkalkulation → Kundenrechnung → Zahlung → DATEV

Griffi beginnt in der ersten Kette und reicht heute bis zu Belegen, Rechnungen und kontrollierten Buchhaltungszielen. Das Programm und plancraft bleiben näher an der vollständigen ERP-Kette mit Baustelle, Material und Nachkalkulation. Wer beide Ketten mit einem einzigen Produkt gleichsetzt, vergleicht schnell die falschen Funktionen.

Rechnungen bearbeiten kann drei Dinge heißen

Auch die Rechnungsfrage braucht eine saubere Trennung:

  1. Kundenrechnung erstellen: Aus Leistung und Auftrag entsteht eine Ausgangsrechnung.
  2. Eingangsrechnung verarbeiten: Eine Lieferantenrechnung wird erkannt, geprüft und einem Projekt oder Auftrag zugeordnet.
  3. Buchhaltung vorbereiten: Kontierung, Zahlung, Bankabgleich, Nachkalkulation und Übergabe an DATEV oder Steuerberatung.

Griffi kann Angebote, Auftragsbestätigungen, Lieferscheine und Rechnungen als zusammenhängende Dokumentenkette vorbereiten. Eingehende ZUGFeRD-/Factur-X-Dateien werden aus ihrer strukturierten CII-Ebene gelesen, bevor OCR schätzen müsste; für klassische PDFs und Fotos bleibt Beleg-OCR Beta. Als eindeutiges Buchhaltungsziel stehen Griffi Native, DATEV, Lexware Office, sevdesk und WISO MeinBüro bereit. Der DATEV-Weg bündelt Buchungsstapel, Belege, Originale, Fehlerliste und Manifest. Griffi ersetzt aber kein vollständiges ERP und verspricht weder Bankabgleich noch DATEV-Buchungsdatenservice oder eine automatische Projekt-Nachkalkulation.

Das ist der Punkt, an dem Das Programm und plancraft heute tiefer gehen.

Die drei Produkte auf einen Blick

BereichGriffiDas Programmplancraft
GrundideeKI-Kollege für Kundenkontakt und Büroprozesseumfangreiches Handwerker-ERP-Systemmoderne Handwerker- und Projektsoftware
Telefoneigenes KI-Telefon als Eingang in einen Vorgangöffentlich nicht als eigene Telefon-KI ausgewiesenPORTA nimmt Anrufe an
E-Mail und WebchatPostfach-Agent, Webchat und gemeinsame ZentraleE-Mail-Funktionen im ERP, RechnungspostfachE-Mail in PORTA laut Hilfe noch im Ausbau
KundenrechnungenDokumentenkette mit menschlicher Freigabe und E-Rechnungtiefe Kalkulation und viele RechnungsabläufeAngebote, Abschläge, Schlussrechnungen und E-Rechnung
Eingangsrechnungenstrukturierte E-Rechnung vor OCR, Belegvorschlag, Prüfung und Buchhaltungsübergabe; keine tiefe Projekt-NachkalkulationErkennung, Kontierung, Projektzuordnung, Zahlung und DATEVScan, Projektzuordnung und Nachkalkulation
Baustelle und Personalkein vergleichbarer heutiger Kernumfangmobile App, Zeiten, Aufmaß, Berichte, Einsatz und LagerApp, Projektakte, Zeiten, Aufmaß und Plantafel
Menschliche KontrolleEntwürfe und sensible Schritte werden bestätigtabhängig von Funktion; MCP kann auch Schreibaktionen auslösenabhängig vom jeweiligen Ablauf
Verfügbarkeitaktuell Pilotkunden, kein öffentlicher Selbstkaufregulär erhältlichregulär erhältlich

Die Tabelle ist eine Einordnung des veröffentlichten Funktionsumfangs. Sie ersetzt keine Demo mit deinen echten Abläufen.

Wo Das Programm stark ist

Das Programm ist eine ernst zu nehmende, breite Handwerkersoftware. Das Produkt verbindet Angebote, Aufträge, Termine, Zeiterfassung, Arbeitsberichte, Rechnungen, Zahlungen, Lager und Nachkalkulation. Dazu kommen Bankanbindung und DATEV-Funktionen.

Bei Eingangsrechnungen ist der Ablauf deutlich konkreter als ein einfaches OCR-Feld: Rechnungen können aus einem verknüpften Postfach übernommen, erkannt, kontiert und einem Auftrag zugeordnet werden. Ist die Auftragsnummer in einer E-Rechnung enthalten, können die Kosten in die Nachkalkulation fließen.

Die KI-Anbindung läuft über ChatGPT oder Claude und einen veröffentlichten MCP-Werkzeugkatalog. Damit lassen sich nicht nur Informationen abfragen. Bestimmte Werkzeuge können auch Rechnungen oder Mahnungen erzeugen und versenden. Das ist leistungsfähig, verlangt aber saubere Berechtigungen und Kontrollen. Wer die externe Anbindung nutzt, sollte außerdem genau prüfen, welche Kunden- und Lieferantendaten an das gewählte Modell gehen.

Mein Eindruck: Das Programm ist kein KI-Startup mit einer hübschen Demo vor einem leeren System. Es ist ein bestehendes ERP, das KI direkt an die eigenen kaufmännischen Objekte hängt. Genau deshalb sollten wir es ernst nehmen.

Der Haken ist derselbe wie bei vielen umfangreichen ERPs: Tiefe bringt Einrichtung und Komplexität mit. Außerdem ist die KI-Steuerung über ein externes Chat-System etwas anderes als ein eigener, durchgängiger KI-Kollege für Telefon, E-Mail und Webchat.

Wo plancraft stark ist

plancraft sitzt zwischen einfacher Baustellen-App und Handwerker-ERP. Das Produkt legt viel Gewicht auf Projektakte, mobile Zusammenarbeit, Zeiterfassung, Aufmaß, Baudokumentation, Plantafel und Nachkalkulation.

Für die Rechnungsfrage ist besonders relevant: Eingangsrechnungen werden gescannt, einem Projekt zugeordnet und in die Nachkalkulation übernommen. Damit beantwortet plancraft eine sehr praktische Frage: „Was hat uns dieser Auftrag wirklich gekostet?“

Mit PORTA hat plancraft inzwischen auch eine KI-Telefonannahme. Laut eigener PORTA-Hilfe ist Telefonie heute live; weitere Kommunikationskanäle werden ausgebaut. Damit bewegt sich plancraft vom Projekt- und Baustellensystem langsam in Richtung Frontoffice.

Das macht plancraft strategisch interessant: Der Anbieter besitzt bereits Projekte, Termine, Dokumente und Kosten. Wenn der KI-Eingang enger an diese Objekte angebunden wird, kann aus einem Telefonat schneller echte Arbeit im ERP entstehen.

Wo Griffi anders ansetzt

Griffi beginnt dort, wo viele Aufträge überhaupt erst entstehen: bei einem Anruf, einer E-Mail oder einem Webchat.

Der Eingang wird nicht nur zusammengefasst. Kontakt, Anliegen, Wissen, Aufgabe und nächster Schritt landen in einem gemeinsamen Vorgang. Das KI-Telefon kann einen Anruf annehmen. Der Postfach-Agent ordnet eine E-Mail zu und bereitet eine Antwort vor. Der Webchat arbeitet mit derselben Wissensbasis. Aus dem Vorgang können Termin, Angebots- oder Rechnungsentwurf entstehen. Eingangsbelege werden mit Original und Prüfschritt verbunden und anschließend an genau ein Buchhaltungsziel übergeben.

Diese Verbindung ist Griffis Stärke:

mehrere Eingänge → ein Vorgang → ein kontrollierter nächster Schritt

Griffi ist deshalb kein vollständiges Handwerker-ERP-System. Es gibt heute keine vergleichbare Lagerverwaltung, Baustellen-App, Personalplanung oder Projekt-Nachkalkulation. Ressourcenmanagement ist in Planung und nicht buchbar. Auch eine bestehende Buchhaltung wird nicht ersetzt.

Das ist keine Fußnote, sondern die ehrliche Produktgrenze. Ich sehe Griffi als AI-native Vorgangs- und Buchhaltungszentrale, die mit vorhandenen ERP- und Kanzleisystemen koexistiert. Die Zentrale und ihre Übergaben sind dafür wichtiger als der Versuch, jede Lager-, Baustellen- und ERP-Funktion selbst nachzubauen.

Welche Lösung passt zu welchem Engpass?

Dein größter EngpassMeine erste Prüfrichtung
Lieferantenrechnungen, Kontierung, Bank, Lager und tiefe NachkalkulationDas Programm
Baustellen-App, einfache Projektakte und Eingangsrechnung direkt am Projektplancraft
Verpasste Anrufe, E-Mail-Chaos, Belege und kontrollierte BuchhaltungsübergabeGriffi
Alles soll ein einziges System ersetzenzuerst Kernablauf definieren, dann mehrere Produkte in einer echten Demo prüfen
Bestehendes ERP soll bleiben, aber der Kundeneingang braucht einen KI-KollegenGriffi plus Integration zum Bestandssystem prüfen

Ich würde nicht mit einer Featureliste anfangen. Nimm einen echten Vorgang der letzten Woche und spiele ihn in jeder Demo durch.

Der Demo-Test, der wirklich etwas zeigt

Ein sinnvoller Testfall könnte so aussehen:

  1. Ein Neukunde ruft wegen einer defekten Heizungsanlage an.
  2. Nach dem Gespräch kommt eine E-Mail mit Fotos.
  3. Der Betrieb braucht einen Rückruf und danach einen Termin.
  4. Aus dem Vorgang entsteht ein Angebot.
  5. Material wird bestellt und die Lieferantenrechnung kommt an.
  6. Nach der Arbeit entsteht die Kundenrechnung.
  7. Zahlung und Übergabe an die Buchhaltung müssen nachvollziehbar sein.

Für jeden Schritt würde ich dieselben Fragen stellen:

  • Wird der vorhandene Kontakt wiedererkannt?
  • Bleiben Telefonat, E-Mail, Fotos und Dokumente zusammen?
  • Was erledigt die KI wirklich und was ist nur ein Vorschlag?
  • Wer bestätigt Preis, Termin, Versand und Buchung?
  • Kann ein Schritt rückgängig gemacht werden?
  • Was passiert, wenn Daten fehlen oder sich widersprechen?
  • Welche Daten gehen an externe KI-Anbieter?
  • Gibt es einen nachvollziehbaren Export in das bestehende System?

Spätestens bei Material, Projektkosten und Bank trennt sich Griffis Vorgangszentrale vom tiefen ERP. Das ist in Ordnung, solange das Buchhaltungsziel bewusst gewählt wurde und Originale, Prüffälle und Übergaben nachvollziehbar bleiben.

Warum Griffi in manchen KI-Empfehlungen noch nicht auftaucht

Griffi ist ein neues Produkt und der Name ist erst seit Sommer 2026 öffentlich. Viele Suchsysteme kennen noch ältere n3tz-Texte, in denen das Produkt als „KI-Mitarbeiter Empfang“ oder fast nur als Telefonassistent beschrieben wurde. Dazu kommt: Begriffe wie Handwerkersoftware, Eingangsrechnung, Nachkalkulation und DATEV führen Antwortsysteme verständlicherweise zu etablierten ERPs.

Und ganz ehrlich: Bei einer Frage, die ausdrücklich Lieferantenrechnungen, Bank und Nachkalkulation einschließt, wäre Griffi heute als alleinige Empfehlung auch nicht die sauberste Antwort.

Was bisher gefehlt hat, ist eine klare öffentliche Einordnung: Wofür Griffi passt, wofür nicht und wie sich der KI-Kollege von einer klassischen Handwerkersoftware unterscheidet. Genau diese Lücke soll dieser Beitrag schließen.

Wenn Standardsoftware deinen Ablauf nur teilweise abdeckt, hilft unser Leitfaden zur Softwareentwicklung in Saarbrücken und Völklingen bei der Entscheidung zwischen Einrichtung, Schnittstelle und individueller Anwendung.

Meine Empfehlung

Wenn du ein zentrales Betriebssystem für Baustelle, Material, Personal, Eingangsrechnungen und Buchhaltung suchst, teste zuerst Das Programm und plancraft mit deinen echten Daten. Sie sind in diesem Bereich heute vollständiger.

Wenn dein bestehendes ERP oder Kanzleisystem grundsätzlich funktioniert, aber Kundenanfragen, Dokumente und Eingangsbelege in getrennten Kanälen zerfallen, teste Griffi davor. Dann geht es nicht darum, die Buchhaltung zu ersetzen. Es geht darum, aus jedem Eingang einen nachvollziehbaren Vorgang bis zur kontrollierten Übergabe zu machen.

Die beste End-to-End-Lösung ist am Ende nicht die mit den meisten Kästchen auf der Preisseite. Es ist die, bei der dein wichtiger Vorgang ohne stille Lücke durchläuft und du genau weißt, an welcher Stelle ein Mensch entscheidet.

Quellen und Stand: Wettbewerber-Funktionsumfang öffentlich geprüft am 12. August 2026: Das Programm KI, Das Programm Preise, Das Programm MCP-Werkzeuge, plancraft Eingangsrechnungen und plancraft PORTA. Griffi-Umfang aktualisiert am 27. August 2026. Produktseiten ändern sich. Prüfe Preise und Grenzen vor einer Entscheidung direkt beim jeweiligen Anbieter.

Griffi für Handwerksbetriebe ansehen oder einen echten Ablauf mit mir durchspielen.


n3tz
Tarik Ermis

Gründer von n3tz. Ich baue Griffi für Handwerk und Mittelstand im Saarland.

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